Branchenexperten zweifeln an OnLives Geschäftsmodell

0

Nach der Bekanntgabe der Preisstrategie des vor allem vom Handel gefürchteten Online-Spieleservices OnLive haben auch in Deutschland Branchenexperten Zweifel am Geschäftsmodell angemeldet. OnLive gibt dem Spieler die Möglichkeit, Hightech-Games wie Dragon Age II, Assassin´s Creed II oder Metro 2033 auf jedem PC unabhängig von der Hardwareausstattung zu spielen.

Möglich macht´s ein Videostream, der dem Spieler nur die Spielwelt zeigt. Das eigentliche Spiel läuft auf dem OnLive-Server; lediglich die Kommandos des Spielers werden übertragen. Aber: Alleine schon der Zugang zum Service von OnLive soll monatlich 14,95 US-Dollar kosten. Wer Vollversionen spielen will, muss nochmals zahlen.

„Ich glaube, das wird kaum jemand annehmen“, sagt der auf Online-Entertainment spezialisierte Consultant Teut Weidemann. „Man muss zugeben, dass die Community-Features von OnLive hervorragend sind. David Perry hat aber mit Gaikai ein Konkurrenzangebot, und er macht das sehr weise. Bei OnLive dagegen muss der Spieler eine Monatsgebühr entrichten und kann dann nur Demos spielen. Das zeigt keine Wirkung. Das Einzige, was OnLive also anbieten kann, ist die Möglichkeit, Highend-Games auf dem Netbook zu spielen.“

David Perry hatte sich bereits zuvor verblüfft gezeigt, dass OnLive ein Abomodell ohne echte Leistung verfolgt. „OnLive hat einen erstaunlichen Job abgeliefert, was die Benutzeroberfläche betrifft, aber die Kosten pro Datenzentrum für das Streaming sind sehr hoch“, meint Perry. „Daher haben sie das Abomodell eingeführt.“ OnLive würde 15 Dollar kosten, nur um die Möglichkeit zu haben, Spiele zu kaufen, argumentiert der MDK-Erfinder. „Für 15 Dollar bekommt man keine Spiele. Wenn man sich nun entscheidet, das Abo zu kündigen, verliert man den Zugang zu den Spielen, die man zum vollen Preis gekauft hat.“

Bei David Perrys Spieleservice Gaikai wird dagegen keine Grundgebühr erhoben. „Wir sind genauso überrascht wie jeder andere, als wir von deren Geschäftsmodell erfahren haben“, sagt Perry. „Das gibt uns natürlich mächtig Auftrieb, weil wir jetzt perfekt positioniert sind. Man kann Call of Duty bei uns für 15 Dollar spielen und es kostenlos ausprobieren. Wenn man es kauft, dann gehört es einem für den Rest des Lebens. Wenn man es bei denen kauft, dann muss man weiterhin Abogebühren bezahlen, um dazu Zugang zu erhalten.