BIU und G.A.M.E.:“Jeweilige Vorstellungen unvereinbar“

0

Der BIU und G.AM.E. haben die Verhandlungen zur Fusion der Verbände offenbar ergenbislos abgebrochen. Der BIU spricht seinerseits vom eigenen „Rückzug aus den Fuxsionsverhandlungen“. G.A.M.E. spricht von einem „Kompromiß“, dessen Inhalt jedoch aus der Erklärung nicht eindeutig hervorgeht.

Das sagt der BIU

Dr. Olaf Coenen, Vorstandssprecher des BIU: „Zwei Jahre nach Beginn der ersten Gespräche müssen wir bedauerlicherweise feststellen, dass eine Fusion der Verbände in einem realistischen und planbaren Zeitrahmen leider nicht erreichbar ist.“

„Eine Weiterführung der Verhandlungen mit unabsehbarem Ergebnis wäre unverantwortlich. Zwischen unseren Mitgliedern, dem Vorstand und dem Geschäftsführer des BIU besteht Einigkeit, die Gespräche jetzt zu beenden. Wir sind weiterhin von der Notwendigkeit eines starken Branchenverbands zur Wahrung und Gestaltung der Gesamtinteressen und Zukunftsaufgaben der deutschen Computerspielebranche überzeugt. Wir stehen gegenüber unseren Mitgliedern aber im Wort, unsere Kräfte so effizient wie möglich dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.“

Als Vertreter der deutschen Computer- und Videospielebranche müsse sich der BIU e. V. jetzt ganz auf die anstehenden Herausforderungen konzentrieren ? etwa auf die Förderung des Standorts Deutschland, den digitalen Verbraucher- und Jugendschutz oder die doppelte Umsatzbesteuerung. „Die zentralen Weichenstellungen durch die Politik erfolgen jetzt und erfordern einen schlagkräftigen Verband.“

Das sagt G.A.M.E.

Dr. Florian Stadlbauer, Vorstandsvorsitzender des G.A.M.E. Bundesverbandes der Computerspieleindustrie: „Wir bedauern außerordentlich, dass es uns nicht gelungen ist, die Verhandlungen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu bringen, welches konsensfähig und annehmbar für beide Parteien ist. Der Dialog mit dem BIU war durchaus fruchtbar. Leider mussten wir feststellen, dass der BIU nicht bereit war, einem Modell zuzustimmen, welches auch im Falle eines Rücktritts durch den BIU für den G.A.M.E. hinreichende Rahmenbedingungen geboten hätte, um die Verbandsarbeit fortzusetzen.“

„Was die Zukunft des G.A.M.E. angeht, können wir trotzdem positiv nach vorn schauen, wurden doch erhebliche Fortschritte in Bezug auf die Reorganisation und Struktur des Verbandes geschaffen. Wir werden selbstverständlich unsere Arbeit als Interessenvertretung der deutschen Computerspieleunternehmen fortsetzen und weiter ein verlässlicher Partner für Politik und Gesellschaft sein.“

Die Gespräche zur Fusion zwischen dem G.A.M.E. und dem BIU seien – so im O-Ton der Erklärung des G.A.M.E. „nach gescheiterter Einigung auf einen Kompromiss abgebrochen worden. Wie der Vorstand des G.A.M.E. heute feststellen musste, sind die jeweiligen Vorstellungen zum Fusionsmodell der beiden Verbände der deutschen Computerspielewirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt unvereinbar.“

Das vom BIU präferierte Modell zur Fusion der beiden Verbände habe zur Wahrung der Interessen der Mitgliedsunternehmen durch den G.A.M.E.-Vorstand nicht angenommen werden können. Dieses hätte eine unmittelbare Verschmelzung der Verbände auf den BIU nach sich gezogen. In den Verhandlungen wurde jedoch ein Rücktrittsrechts von beiden Parteien als wesentlicher Bestandteil erachtet.
Dieses hätte im Falle des Rücktritts durch den BIU den Bestand des G.A.M.E. massiv gefährdet, so heißt es weiter. Deshalb habe G.A.M.E. im Herbst ein Modell vorgelegt, welches für den Zeitraum des Rücktrittsrechts eine Dachverbandslösung vorsieht. Eine Verschmelzung wäre dann faktisch erst nach 2 Jahren vollzogen worden, während die operative Arbeit unmittelbar mit Beschluss hätte begonnen werden können.