Moon Studios CEO nennt Nintendos NX-Strategie „hirnverbrannt“

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Thomas Mahler, seines Zeichens CEO der Moon Studios, den Schöpfern des hochgepriesenen Ori and the Blind Forest, zeigt sich in einer aktuellen Diskussion im Videospielforum NeoGaf äußerst enttäuscht, von der Hardware-Politik Nintendos. Er glaubt, dass Nintendo von Drittanbietern zum NX-Start kaum mit Software unterstützt werden wird, da Entwickler große Probleme mit der Zusammenarbeit Nintendos haben.

Das liege vor allem daran, dass Nintendo der Geheimhaltung der Hardware-Spezifikationen von NX alles unterordne. So sei die Kommunikation mit den Entwicklern, aus Angst vor Leaks, auf ein Minimum beschränkt. Das wirkt sich sogar so weit aus, dass Nintendo für die Entwickler relevante Informationen zurückhält. Martin Sahlin von Coldwood Interactive erwähnte gegenüber GameBolt, dass er zwar an einer NX-Umsetzung von Unravel interessiert sei, doch es sei „schwierig etwas zu pitchen, von dem man nicht einmal weiß, was es ist.“

Auch Mahlers Frustration hinsichtlich Nintendos Umgang mit Entwicklern ist unüberhörbar: „Das ist die nervigste Sache, die es für einen Entwickler gibt. Wir haben ebenfalls mit Nintendo gesprochen und absolut nichts bekommen. Das werde ich niemals verstehen.“

Mahler fügte jedoch schnell hinzu, dass dies auf alle Konsolenhersteller zutreffe: „Sie behandeln ihre Dev-Kits, als wären sie die Wiederkunft Christi und machen ein wahnsinniges Geheimnis daraus, was inzwischen ein idiotisches Niveau erreicht hat. Es ist ja nicht einmal das Problem, dass die Hardware nicht final ist. Ihr könntet uns ja wenigstens die Spezifikationen geben, damit wir wissen, für was wir den Scheiß entwickeln!

Da Nintendo bislang keine Dev-Kits herausgegeben hat und sie die Konsole wahrscheinlich noch 2016 verkaufen wollen, kann ich bereits garantieren, dass sie keinen Software-Support haben werden, da niemand ein Spiel in weniger als einem Jahr zusammenschustern kann – man kann es zwar aber dann wird es Müll.“

Mahler führt weiter aus, dass es zu spät für einen ordentlichen Engine-Support von beispielsweise Unity oder der Unreal Engine sei, wodurch Entwickler mit grundlegenden Problemen zu kämpfen haben, während die Zeit für die Entwicklung bereits knapp wird.

„Ich will die gottverdammten Dev-Kits oder wenigstens verwendbare Hardware-Daten – im Idealfall zwei Jahre vor Release. Haltet die Entwickler auf dem Laufenden, öffnet ein Forum, in dem Entwickler sich austauschen und die Probleme lösen können, die alle haben, anstatt dass jeder für sich selbst damit zurechtkommen muss. Nichts davon passiert und das ist einfach nur hirnverbrannt.“